Autor: twschneider

Elbphilharmonie

Heute wird die Elbphilharmonie eröffnet. Ich hatte und habe so einige Probleme mit ihr, die zum Teil aus sentimentalen Erinnerungen an den alten Kaispeicher A herrühren (dort habe ich gleich nach meiner Ankunft in Hamburg eine phantastische Ausstellung mit Fotografien von Jean Gaumy gesehen), zum Teil aus meiner generellen Abneigung gegenüber der HafenCity (nur echt mit dem Binnenmajuskel), aber auch daher, dass mich die Architektur nicht vollständig überzeugt – nur aus wenigen Perspektiven und aus der Ferne wirkt sie auf mich wohlproportioniert, aus der Nähe dagegen meist wie ein gewaltiger Blob.

Dennoch geht man natürlich zum Fotografieren hin, denn beeindruckend ist sie ja ohne Zweifel. Und da steht man vor dem nächsten Problem, denn das Gebäude scheint bereits vor seiner Eröffnung komplett zu Tode fotografiert. Jedes Motiv wurde schon auf alle beeindruckenden Arten abgelichtet, jede Sichtachse hinreichend erforscht, das Internet ist voll mit phantastischen Bildern und auch an entsprechenden Büchern und Zeitschriften herrscht, zumindest in Hamburger Läden, kein Mangel (und das Buch von Joachim Mischke und Michael Zapf ist wirklich ganz hervorragend und sehr empfehlenswert).

Was macht man also? Man kann die bekannten Motive einfach noch einmal aufnehmen (und langweilen) oder versuchen, neue Perspektiven zu finden (und scheitern).

Ich habe mich natürlich für das Scheitern entschieden und zumindest das ist mir gelungen. Kein Grund, die Fotos nicht trotzdem zu zeigen.

ep01

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#tddl

Projektthema: Sektion eines philiströsen Habitats im Kontext literarischer Narration. Aus invarianter Position einen Quadranten räumlich überstreichend, dabei Oberflächen sukzessive ablösend, werden arbiträre Alltagsobjekte in den Kunststatus transferiert. Die granulare Monochromatik der Arbeiten ermöglicht dabei eine kontemplative Ästhetik neuer Form. Hegels Befund, die Kunst könne “unser letztes Bedürfnis nicht ausfüllen”, wird so kongenial infrage gestellt. [1]


[1] Da saß ich also in der Sofaecke und schaute den Bachmannpreis und dachte, als es etwas langweiliger wurde: Nimmste mal die alte Kamera, schnallst das Superzoom davor, stellst ISO auf 1600 und schaltest den Schwarzweißmodus ein. Und dann kuckste mal, was du so knippsen kannst in diesem halb aufgeräumten Wohnzimmer, ohne deinen Platz zu verlassen. Tja, und dann kommt sowas bei raus.

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