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Vorher-Nachher-Bilder: Eine Anker aus den Siebzigern

Auf Flohmarkten ignoriere ich meist die Verkäufer, die ihre Uhren als schicke Kostbarkeiten in Vitrinen präsentieren, denn deren Preise will ich nicht zahlen. Stattdessen schaue ich auf die Wühltische und in die Ramschkisten. Wahre Schätze findet man dort zwar selten und der Zustand des zutage Geförderten ist in der Regel erbarmungswürdig, aber genau darauf habe ich es abgesehen.

Da wäre zum Beispiel diese Automatikuhr der Marke Anker aus der Uhrenfabrik Wilhelm Eppler GmbH in Schwenningen. Typisches Siebzigerjahredesign. Jämmerlich zerkratzt, aber das macht nichts: Gehäuse und Band sind aus Edelstahl, das Glas ist ein Plexi – alles prima polierbar, mit den richtigen Werkzeugen und Mittelchen.

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Das verbaute Werk ist ein Förster 222, ein sehr flaches, 25steiniges Automatikwerk, ab 1969 von der Bernhard Förster GmbH in Pforzheim hergestellt und recht häufig zu finden in Uhren der oberen Mittelklasse. Dieses Exemplar hier läuft nach über 40 Jahren ganz hervorragend, obwohl die Uhr offenbar gern getragen und nicht geschont wurde. Immer wieder erstaunlich.

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Zunächst geht es ans Ausschalen, dann folgt das übliche Programm mit Schleifpapier, allerlei Polierpasten, einer alten Zahnbürste und einem kräftigen Daumen.

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Das Ziffernblatt zeigt sich bei starkem Zoom und richtigem Licht zwar mit Sommersprossen übersät, aber unter normalen Bedingungen fallen diese Korrosionspünktchen kaum auf.

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Am Werk gibt es, wie bereits geschrieben, keinen akuten Handlungsbedarf. Daher kann es nach dem finalen Bad aller Gehäusekomponenten mit der Remontage weitergehen. Und kurze Zeit später liegt das Ergebnis schon auf dem Tisch.

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Ist sie nicht schön? Und das Allerschönste ist: Gleich morgen darf sie an den Arm.

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Categories: Uhren

The Class of ’69 » « Wie ich einmal die ZEIT kaufen wollte (Artikel enthält Abschweifungen)

2 Comments

  1. sehr sehr sehr schön, hier wurde tolle arbeit geleistet. wenn möglich würde ich gerne wissen, wie man zu einem solche resultat kommt. ein hobby welches ich mir seit längerem aneignen möchte. gibt doch nichts schöneres als so ein schmuckstück wieder zum leben zu erwecken. viele grüsse, franky

  2. Bin über’s Uhrforum auf der Suche nach Sangdo auf deinem Blog gelandet. Kurzweilige Beiträge, gefällt mir! Ich stöbere noch ein paar Minütchen.

    Der Beitrag ist zwar schon alt hier, aber die Arbeit immer noch respektabel. Schöne Anker!

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